Wenn die Temperaturen deutlich sinken, kann auch der gemessene Luftdruck in den Reifen niedriger ausfallen. Deshalb erleben viele Autofahrer im Herbst oder Winter, dass plötzlich die Reifendruck-Warnleuchte erscheint oder das Manometer morgens einen geringeren Wert anzeigt als noch einige Wochen zuvor.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Reifen beschädigt ist. Die Temperatur beeinflusst den Druck der im Reifen eingeschlossenen Luft. Gleichzeitig darf dieser Effekt nicht dazu führen, den Reifendruck im Winter nach Gefühl oder anhand eines pauschalen Zusatzwertes einzustellen.
Entscheidend bleiben die Druckangaben des Fahrzeugherstellers. Dieser Ratgeber erklärt, was bei Kälte tatsächlich passiert, welchen Luftdruck Winterreifen benötigen und wann ein zusätzlicher Kontrolltermin sinnvoll ist.
Kurze Antwort
Bei Kälte sinkt der Reifendruck tendenziell. Im Winter sollte er deshalb bei kalten Reifen geprüft und nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers eingestellt werden. Einen universellen Winter-Reifendruck oder eine für jedes Fahrzeug gültige Regel von zusätzlichen 0,2 bar gibt es nicht. Nach einem deutlichen Temperatursturz ist eine erneute Kontrolle besonders sinnvoll.
Sinkt der Reifendruck bei Kälte?
Ja. Kühlt sich die Luft im Reifen ab, sinkt in der Regel auch der gemessene Reifendruck. Deshalb kann derselbe Reifen an einem milden Herbsttag einen höheren Wert anzeigen als an einem frostigen Wintermorgen.
Dieser physikalische Effekt betrifft nicht nur Winterreifen. Auch Sommerreifen und Ganzjahresreifen reagieren auf Temperaturänderungen. Im Winter fällt der Unterschied jedoch häufiger auf, weil die Außentemperatur innerhalb kurzer Zeit stark sinken kann.
Wie stark verändert Kälte den Reifendruck?
Als Orientierung wird häufig eine Druckänderung von ungefähr 0,1 bar je 10 °C Temperaturunterschied genannt. Der tatsächliche Messwert hängt jedoch von Ausgangsdruck, Temperatur, Fahrzeug und Messbedingungen ab.
Für den Alltag ist deshalb weniger eine mathematische Korrektur entscheidend als eine einfache Regel: Nach einem deutlichen und dauerhaften Temperaturabfall sollte der Reifendruck erneut bei kalten Reifen geprüft werden.
Verliert der Reifen bei Kälte tatsächlich Luft?
Ein niedrigerer Messwert bedeutet nicht automatisch, dass dieselbe Menge Luft aus dem Reifen entwichen ist. Ein Teil der Veränderung kann allein durch die niedrigere Temperatur verursacht werden.
Verliert jedoch nur ein Reifen deutlich schneller Druck als die anderen oder sinkt der Wert kurz nach dem Aufpumpen erneut, sollte nach einer anderen Ursache gesucht werden. Möglich sind beispielsweise eine schleichende Beschädigung, ein undichtes Ventil oder ein Problem zwischen Reifen und Felge.
Wie hoch muss der Reifendruck im Winter sein?
Der richtige Reifendruck im Winter ist grundsätzlich der für das Fahrzeug vorgesehene Wert. Er findet sich normalerweise in der Betriebsanleitung, am Türrahmen beziehungsweise an der B-Säule, an der Innenseite der Tankklappe oder an einer anderen vom Hersteller vorgesehenen Stelle.
Wenn Sie grundsätzlich wissen möchten, welcher Wert für Ihr Auto gilt und wie die Angaben zu Vorderachse, Hinterachse und Beladung gelesen werden, finden Sie alle Grundlagen im Ratgeber zum korrekten Reifendruck.
2,2, 2,4 oder 2,5 bar: Welcher Wert ist richtig?
Das lässt sich ohne Fahrzeugdaten nicht beantworten. 2,2 bar können für ein bestimmtes Fahrzeug korrekt und für ein anderes ungeeignet sein. Dasselbe gilt für 2,4 oder 2,5 bar.
Der benötigte Druck wird unter anderem durch Fahrzeuggewicht, Achslast, Reifendimension und Beladung beeinflusst. Deshalb sollte kein allgemeiner Internetwert an die Stelle der Fahrzeugvorgaben treten.
Müssen Vorder- und Hinterreifen denselben Druck haben?
Nicht unbedingt. Viele Fahrzeuge haben unterschiedliche Vorgaben für Vorder- und Hinterachse. Sind auf dem Fahrzeugaufkleber verschiedene Werte angegeben, müssen diese auch im Winter getrennt berücksichtigt werden.
Was gilt bei voller Beladung?
Bei einer Winterreise mit mehreren Personen, Gepäck oder Wintersportausrüstung kann eine andere Druckangabe gelten als im normalen Alltagsbetrieb. Viele Hersteller unterscheiden zwischen Teil- und Vollbeladung.
Verwenden Sie in diesem Fall die ausdrücklich für die höhere Beladung vorgesehenen Werte und erhöhen Sie den Druck nicht nach einer selbst gewählten Faustregel.
Brauchen Winterreifen einen höheren Luftdruck?
Nicht automatisch. Allein die Montage von Winterreifen bedeutet nicht, dass grundsätzlich ein höherer Luftdruck verwendet werden muss.
Maßgeblich ist weiterhin die Kombination aus Fahrzeug, Reifengröße und Beladung. Winterreifen können eine andere Dimension als die Sommerbereifung besitzen, weshalb die für diese Kombination geltenden Fahrzeugangaben kontrolliert werden sollten.
Warum hört man häufig von 0,2 bar mehr im Winter?
Die Empfehlung eines geringfügig höheren Fülldrucks wird häufig mit dem Temperaturunterschied zwischen dem Ort des Aufpumpens und den späteren Einsatzbedingungen begründet.
Problematisch wird diese Empfehlung, wenn daraus eine pauschale Regel für jedes Fahrzeug und jede Messsituation gemacht wird. Wer den Reifendruck bereits bei kalten Reifen und unter Bedingungen misst, die der tatsächlichen Außentemperatur entsprechen, sollte sich in erster Linie an den Fahrzeugvorgaben orientieren.
Sollte man im Winter immer 0,2 bar hinzufügen?
Nein. Eine solche Korrektur sollte nicht unabhängig von Fahrzeug, Temperatur und Messbedingungen angewendet werden. Entscheidend ist, welchen Kaltluftdruck der Fahrzeughersteller für die jeweilige Reifenkombination und Beladung vorgibt.
| Situation |
Sinnvolle Vorgehensweise |
Häufiger Fehler |
| Deutlicher Temperatursturz |
Druck an kalten Reifen neu kontrollieren. |
Ohne Messung pauschal Luft hinzufügen. |
| Druck unter Herstellervorgabe |
Auf den vorgesehenen Kaltluftdruck korrigieren. |
Darauf warten, dass wärmeres Wetter den Wert wieder erhöht. |
| Volle Beladung |
Falls angegeben, den Wert für Vollbeladung verwenden. |
Beliebig denselben Zusatzdruck auf jedes Fahrzeug übertragen. |
| Warmer Reifen nach Fahrt |
Später bei kaltem Reifen erneut kontrollieren. |
Luft ablassen, weil der warme Messwert höher ist. |
Wann sollte der Reifendruck im Winter gemessen werden?
Für eine zuverlässige Beurteilung sollte der Druck möglichst an kalten Reifen gemessen werden. Die Herstellerangaben beziehen sich normalerweise auf diesen Zustand.
Was bedeutet „kalter Reifen“?
Ein Reifen gilt für die Druckkontrolle als kalt, wenn er nicht durch eine längere Fahrt deutlich erwärmt wurde. Besonders praktisch ist deshalb eine Messung vor der ersten Fahrt des Tages oder nach ausreichender Standzeit.
Warum steigt der Druck während der Fahrt?
Beim Fahren wird der Reifen durch Walkarbeit, Belastung und Reibung wärmer. Gleichzeitig erwärmt sich die eingeschlossene Luft, wodurch der gemessene Druck ansteigt.
Ein höherer Wert nach einer Autobahnfahrt bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Reifen zuvor zu stark aufgepumpt war.
Darf man aus warmen Reifen Luft ablassen?
Ein warmer Reifen sollte nicht allein deshalb entlüftet werden, weil sein Messwert über dem Kaltwert liegt. Nach dem Abkühlen könnte der Druck anschließend zu niedrig sein.
Genau das Gegenstück zu diesem Wintereffekt erklären wir auch im Ratgeber zum Reifendruck im Sommer.
Warme Garage und kalte Außenluft: Was passiert mit dem Reifendruck?
Diese Situation ist im Winter besonders relevant. Ein Fahrzeug kann nachts in einer relativ warmen Garage stehen und anschließend mehrere Stunden bei deutlich niedrigeren Außentemperaturen gefahren werden.
Der in der Garage gemessene Luftdruck entspricht zunächst der dortigen Temperatur. Kühlt der Reifen draußen ab, kann sich der angezeigte Druck entsprechend verändern.
Warum ist der Messort wichtig?
Je größer der Unterschied zwischen Garagen- und Außentemperatur ist, desto wichtiger wird die Interpretation des Messwertes. Ein in einer beheizten Halle eingestellter Reifen kann bei starkem Frost draußen einen anderen Druck zeigen.
Was gilt vor einer Fahrt in eine deutlich kältere Region?
Fahren Sie beispielsweise aus einer milden Region in ein winterliches Berggebiet, kann nach der Ankunft und ausreichender Abkühlung eine erneute Kontrolle sinnvoll sein.
So lässt sich überprüfen, ob die Reifen unter den tatsächlichen Einsatzbedingungen weiterhin dem vorgesehenen Druck entsprechen.
Reifendruck im Winter richtig kontrollieren
1. Sollwerte des Fahrzeugs ermitteln
Prüfen Sie zuerst, welche Werte für Vorder- und Hinterachse vorgesehen sind. Achten Sie außerdem darauf, ob der Hersteller zwischen normaler und voller Beladung unterscheidet.
2. An kalten Reifen messen
Messen Sie möglichst vor Fahrtbeginn. So vermeiden Sie, dass die Erwärmung durch die Fahrt das Ergebnis verfälscht.
3. Manometer korrekt anschließen
Entfernen Sie die Ventilkappe und setzen Sie das Messgerät sauber auf das Ventil. Die Verbindung sollte dicht sein, damit Sie einen stabilen Wert erhalten und nicht unnötig Luft entweicht.
4. Druck korrigieren
Liegt der Kaltluftdruck unter dem vorgesehenen Wert, füllen Sie Luft nach. Beachten Sie dabei Vorderachse, Hinterachse und die aktuelle Beladung des Fahrzeugs.
5. Alle Reifen kontrollieren
Messen Sie nicht nur den Reifen, der optisch weich erscheint. Kontrollieren Sie alle vier Räder und gegebenenfalls auch das Reserverad.
Wenn die montierten Reifen nicht mehr für den Winter geeignet sind oder ersetzt werden müssen, können Sie passende Winterreifen nach der vorgesehenen Fahrzeugdimension vergleichen.
Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Ändert sich die Druckregel?
Der grundlegende Zusammenhang zwischen Temperatur und Luftdruck gilt unabhängig von der Reifenart. Die eingeschlossene Luft reagiert sowohl in einem Winterreifen als auch in einem Ganzjahres- oder Sommerreifen auf Temperaturveränderungen.
| Reifentyp |
Einfluss von Kälte |
Druckreferenz |
| Winterreifen |
Der gemessene Druck sinkt tendenziell bei fallender Temperatur. |
Angaben des Fahrzeugherstellers für die verwendete Kombination. |
| Ganzjahresreifen |
Auch Allwetterreifen reagieren auf Temperaturänderungen. |
Angaben des Fahrzeugherstellers. |
| Sommerreifen |
Auch hier verändert Kälte den gemessenen Luftdruck. |
Fahrzeugvorgaben; die saisonale Eignung ist separat zu beurteilen. |
Brauchen Winterreifen automatisch mehr bar?
Nein. Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung Winterreifen, sondern welche Rad-Reifen-Kombination für das konkrete Fahrzeug vorgesehen ist.
Wenn Sie noch vor der Auswahl stehen, erklärt unser Ratgeber zum Thema Winterreifen richtig auswählen, worauf bei Größe, Kennzeichnung und Einsatz zu achten ist.
Was gilt für Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen bleiben häufig das gesamte Jahr am Fahrzeug. Gerade deshalb sollte ihr Luftdruck nach größeren saisonalen Temperaturänderungen überprüft werden.
Wenn Sie eine ganzjährige Lösung suchen, können Sie passende Ganzjahresreifen für Ihr Fahrzeug vergleichen.
Reifendruck-Warnleuchte leuchtet bei Kälte: Was tun?
Nach einer besonders kalten Nacht kann es vorkommen, dass die RDKS-Warnleuchte erscheint. Der Temperaturabfall kann dazu beigetragen haben, dass der gemessene Luftdruck einen vom System als auffällig bewerteten Bereich erreicht.
Kann die Warnleuchte nach einigen Kilometern wieder ausgehen?
Während der Fahrt erwärmen sich die Reifen und der Druck kann wieder steigen. Je nach Fahrzeug und System kann sich dadurch auch die Anzeige verändern.
Eine Warnmeldung sollte trotzdem nicht ignoriert werden. Der richtige Schritt ist eine Kontrolle des tatsächlichen Reifendrucks.
Ersetzt das RDKS die manuelle Kontrolle?
Nein. Das Reifendruckkontrollsystem ist eine wichtige Unterstützung, ersetzt aber nicht die regelmäßige Prüfung mit einem geeigneten Messgerät.
Wann muss das System zurückgesetzt werden?
Je nach Fahrzeug kann nach einer Druckkorrektur, einem Reifenwechsel oder bestimmten Arbeiten an den Rädern eine Initialisierung oder ein Reset erforderlich sein.
Wie das funktioniert, hängt vom jeweiligen Fahrzeug ab. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Zurücksetzen der Reifendruckkontrolle.
Winterurlaub und Fahrt ins Gebirge: Was ist zu beachten?
Auf einer Winterreise treffen häufig mehrere Faktoren zusammen: niedrige Temperaturen, lange Autobahnstrecken, mehrere Passagiere, Gepäck und möglicherweise große Temperaturunterschiede zwischen Start und Ziel.
Vor der Abfahrt messen
Kontrollieren Sie den Druck möglichst an kalten Reifen und prüfen Sie, ob für die volle Beladung andere Werte vorgesehen sind.
Nach starkem Temperaturwechsel erneut prüfen
Wer aus einer milden Region in ein deutlich kälteres Gebiet fährt und dort mehrere Tage bleibt, kann nach ausreichender Abkühlung der Reifen eine weitere Messung durchführen.
Autobahn bedeutet nicht automatisch mehr Luftdruck
Der Druck sollte nicht allein deshalb beliebig erhöht werden, weil eine längere Autobahnfahrt bevorsteht. Entscheidend sind die Angaben des Fahrzeugherstellers zu Geschwindigkeit, Reifen und Beladung.
Richtiger Reifendruck ersetzt keine geeigneten Reifen
Ein korrekt aufgepumpter Reifen funktioniert nur innerhalb seiner vorgesehenen Eigenschaften. Der richtige Luftdruck macht einen ungeeigneten oder stark verschlissenen Reifen nicht wintertauglich.
Müssen die Reifen ersetzt werden, können Sie die verfügbaren Autoreifen vergleichen oder gezielt nach günstigen Reifen in der passenden Dimension suchen.
Zu niedriger Reifendruck im Winter: Welche Folgen kann er haben?
Ein zu niedriger Luftdruck erhöht die Verformung des Reifens während der Fahrt. Dadurch kann er stärker walken, mehr Wärme entwickeln und einen höheren Rollwiderstand verursachen.
Höherer Rollwiderstand
Bei zu niedrigem Druck muss der Reifen stärker verformt werden. Das kann die Effizienz verschlechtern und bei Verbrennern den Kraftstoffverbrauch beziehungsweise bei Elektrofahrzeugen den Energiebedarf erhöhen.
Ungleichmäßiger Verschleiß
Dauerhaft zu niedriger Druck kann zu einem ungünstigen Verschleißbild beitragen. Häufig werden dabei die äußeren Bereiche der Lauffläche stärker belastet.
Stärkere Erwärmung
Obwohl die Außentemperatur im Winter niedrig ist, kann ein unterfüllter Reifen während der Fahrt durch stärkere Walkarbeit erheblich belastet und erwärmt werden.
Zu hoher Reifendruck im Winter: Ist mehr automatisch besser?
Nein. Ein über den vorgesehenen Wert hinaus erhöhter Druck ist nicht automatisch sicherer. Auch ein dauerhaft zu hoher Reifendruck kann Fahrkomfort, Aufstandsfläche und Verschleiß negativ beeinflussen.
Härteres Fahrverhalten
Ein deutlich zu hoher Luftdruck macht den Reifen steifer. Unebenheiten können stärker an das Fahrzeug weitergegeben werden, wodurch der Fahrkomfort sinkt.
Möglicher Verschleiß in der Laufflächenmitte
Bei dauerhaft überhöhtem Druck kann die Mitte der Lauffläche stärker beansprucht werden. Deshalb sollte nicht nach dem Prinzip „im Zweifel etwas mehr“ gearbeitet werden.
Die häufigsten Fehler beim Reifendruck im Winter
- Pauschal 0,2 bar hinzufügen: Eine Faustregel ersetzt nicht die Fahrzeugvorgaben und die tatsächlichen Messbedingungen.
- Nur nach dem Aussehen beurteilen: Ein Druckverlust ist nicht immer deutlich sichtbar.
- Warme Reifen entlüften: Nach der Abkühlung kann der Druck anschließend zu niedrig sein.
- Beladung ignorieren: Für ein voll beladenes Fahrzeug können andere Werte gelten.
- Nur einen Reifen messen: Kontrollieren Sie alle vier Reifen und gegebenenfalls das Reserverad.
- Nur auf das RDKS vertrauen: Die Warnanzeige ersetzt keine regelmäßige Druckkontrolle.
- Temperatur und Luftverlust verwechseln: Wiederholter Druckverlust an nur einem Rad sollte geprüft werden.
- Werte eines anderen Autos übernehmen: Reifendruckangaben sind fahrzeugspezifisch.
Häufige Fragen zum Reifendruck im Winter
Wie hoch muss der Reifendruck im Winter sein?
Der richtige Wert wird vom Fahrzeughersteller für Reifengröße, Achse und Beladung vorgegeben. Einen allgemein gültigen Winter-Reifendruck gibt es nicht.
Sinkt der Reifendruck bei Kälte?
Ja. Wenn die Temperatur der Luft im Reifen sinkt, nimmt tendenziell auch der gemessene Druck ab. Nach einem starken Temperatursturz ist deshalb eine Kontrolle sinnvoll.
Wie viel bar brauchen Winterreifen?
Das hängt vom Fahrzeug und von der montierten Reifengröße ab. Verwenden Sie die vom Fahrzeughersteller angegebenen Werte und keine allgemeine bar-Angabe aus dem Internet.
Muss man im Winter 0,2 bar mehr aufpumpen?
Nicht grundsätzlich. Eine solche Korrektur darf nicht unabhängig von Fahrzeug, Temperatur und Ort der Messung angewendet werden. Entscheidend sind die vorgesehenen Herstellerwerte.
Sollte der Reifendruck kalt oder warm gemessen werden?
Der Druck sollte vorzugsweise an kalten Reifen kontrolliert werden, weil die Herstellerangaben normalerweise den Kaltzustand als Referenz verwenden.
Warum leuchtet die Reifendruck-Warnleuchte bei Kälte?
Ein starker Temperaturabfall kann den gemessenen Druck so weit senken, dass das Reifendruckkontrollsystem eine Abweichung erkennt. Der Luftdruck sollte dann überprüft werden.
Kann die Warnleuchte nach einigen Kilometern wieder ausgehen?
Der Reifendruck kann beim Erwärmen steigen. Trotzdem sollte eine vorherige Warnmeldung nicht ignoriert werden; kontrollieren Sie die Reifen anschließend bei kaltem Zustand.
Brauchen Winterreifen mehr Druck als Sommerreifen?
Nicht automatisch. Maßgeblich ist die für Fahrzeug und verwendete Rad-Reifen-Kombination vorgesehene Druckangabe.
Sinkt der Reifendruck auch bei Ganzjahresreifen?
Ja. Auch Ganzjahresreifen reagieren auf sinkende Temperaturen. Deshalb sollte ihr Luftdruck im Winter regelmäßig kontrolliert werden.
Sollte man den Luftdruck für Schnee reduzieren?
Im normalen Straßenverkehr sollte der Druck nicht eigenmächtig reduziert werden, um mehr Traktion zu erzielen. Halten Sie sich an die für Ihr Fahrzeug vorgesehenen Werte.
Kann die warme Garage den Messwert beeinflussen?
Ja. Ist die Garage deutlich wärmer als die Außenluft, kann sich der Reifendruck verändern, sobald die Reifen draußen auf die niedrigere Temperatur abkühlen.
Sollte man den Reifendruck vor dem Winterurlaub prüfen?
Ja. Kontrollieren Sie den Druck vor der Abfahrt, berücksichtigen Sie gegebenenfalls die Vollbeladung und messen Sie bei starken Temperaturunterschieden am Ziel erneut.
Ist nur ein Reifen betroffen: Liegt es trotzdem an der Kälte?
Nicht unbedingt. Verliert ein Reifen deutlich schneller Druck als die übrigen Räder, sollte er auf eine schleichende Beschädigung, ein Ventilproblem oder eine andere Undichtigkeit geprüft werden.
Im Winter gilt: messen statt schätzen
Kälte kann den gemessenen Reifendruck reduzieren, sie schafft jedoch keinen universellen Winter-Luftdruck. Entscheidend bleibt der für Ihr Fahrzeug vorgesehene Wert.
Kontrollieren Sie den Druck an kalten Reifen, reagieren Sie auf deutliche Temperaturänderungen, berücksichtigen Sie die Beladung und ignorieren Sie eine RDKS-Warnung nicht. Vermeiden Sie gleichzeitig pauschale Korrekturen, wenn sie nicht zu den Vorgaben und Messbedingungen Ihres Fahrzeugs passen.
So bleibt der Reifen auch während der kalten Jahreszeit innerhalb der für das Fahrzeug vorgesehenen Betriebsbedingungen.
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