Der Geschwindigkeitsindex gehört zu den wichtigsten Angaben auf der Reifenflanke. Er wird durch einen Buchstaben dargestellt und steht in der vollständigen Reifenbezeichnung direkt hinter dem Tragfähigkeitsindex. Wer neue Reifen bestellt, sollte deshalb nicht nur Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser prüfen, sondern immer die komplette Servicebeschreibung vergleichen.
Für den deutschen Markt sind neben der technischen Tabelle besonders die Zulassungsbescheinigung Teil I, das CoC-Dokument, die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und die Winterreifenregel nach § 36 StVZO relevant. Ein höherer Index ist meist möglich, sofern alle übrigen Daten passen. Ein niedrigerer Index darf bei normaler Bereifung nicht einfach gewählt werden. Eine klar geregelte Ausnahme besteht für wintertaugliche Reifen mit Alpine-Symbol.
Was bedeutet der Geschwindigkeitsindex bei Reifen?

Der Geschwindigkeitsindex kennzeichnet die Höchstgeschwindigkeitskategorie, für die ein Reifen bei der zugehörigen Tragfähigkeit ausgelegt und genehmigt ist.
In der Kennzeichnung 205/55 R16 91V ist V der Geschwindigkeitsindex. Laut genormter Zuordnung steht V für 240 km/h. Diese Zahl ist eine technische Belastungsgrenze des Reifens unter festgelegten Bedingungen. Sie ist weder eine Empfehlung, so schnell zu fahren, noch hebt sie gesetzliche Tempolimits oder die Pflicht zu einer angepassten Geschwindigkeit auf.
Speed-Index, Geschwindigkeitssymbol und Geschwindigkeitsklasse
Die Begriffe Speed-Index, Geschwindigkeitsindex, Geschwindigkeitssymbol und Geschwindigkeitsklasse werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet. Gemeint ist jeweils der Buchstabe am Ende der Servicebeschreibung. In technischen Regelwerken wird meist vom Symbol der Geschwindigkeitskategorie gesprochen.
Warum der Index nur zusammen mit dem Lastindex bewertet werden darf
Vor dem Buchstaben steht der Tragfähigkeitsindex. Bei 91V beschreibt 91 die zulässige Lastkategorie und V die Geschwindigkeit. Beide Werte bilden eine Einheit. Vor allem bei V-, W- und Y-Reifen verändert sich die maximal nutzbare Tragfähigkeit im hohen Geschwindigkeitsbereich. Deshalb reicht es nicht, lediglich einen möglichst hohen Buchstaben auszuwählen.
Was der Index nicht aussagt
Der Buchstabe bewertet nicht automatisch Nasshaftung, Bremsweg, Rollwiderstand, Laufleistung oder Komfort. Zwei Reifen mit demselben Speed-Index können sich in diesen Eigenschaften deutlich unterscheiden. Für einen sinnvollen Vergleich sind das konkrete Modell, die exakte Dimension, das EU-Reifenlabel, unabhängige Prüfungen und das eigene Fahrprofil zu berücksichtigen.
Wo steht der Geschwindigkeitsindex auf dem Reifen?
Der Geschwindigkeitsindex ist als erhabene Kennzeichnung auf der Seitenwand beziehungsweise Reifenflanke eingeprägt. Er steht normalerweise nach dem Tragfähigkeitsindex. Auf Hochgeschwindigkeitsreifen kann zusätzlich ZR innerhalb der Dimensionsangabe erscheinen; für die genaue Einordnung ist dann auch das abschließende W, Y oder (Y) zu lesen.
Beispiel: 205/55 R16 91V richtig lesen
- 205: Nennbreite des Reifens in Millimetern;
- 55: Verhältnis der Flankenhöhe zur Reifenbreite in Prozent;
- R: radiale Bauart;
- 16: Felgendurchmesser in Zoll;
- 91: Tragfähigkeitsindex;
- V: Geschwindigkeitsindex für 240 km/h.
Wer nur nach 205/55 R16 sucht, lässt zwei entscheidende Werte offen. Innerhalb derselben Grunddimension können Produkte mit verschiedenen Last- und Geschwindigkeitsindizes, XL-Ausführung oder herstellerspezifischer Homologation angeboten werden. Erst der vollständige Abgleich zeigt, ob die Ausführung zum Fahrzeug passt.
Nach der Prüfung können Sie Reifen in der passenden vollständigen Dimension vergleichen und dabei Lastindex, Geschwindigkeitsindex sowie weitere Kennzeichnungen kontrollieren.
Warum die montierten Reifen allein nicht immer genügen
Die aktuelle Bereifung ist nur dann eine verlässliche Vorlage, wenn sie bereits korrekt und genehmigt ist. Bei einem Gebrauchtwagen, einem früheren Umbau oder einer Mischbereifung kann das nicht vorausgesetzt werden. Fahrzeugunterlagen und Herstellerdaten haben deshalb Vorrang vor dem bloßen Abschreiben der alten Reifenflanke.
Tabelle der Geschwindigkeitsindizes von L bis Y
Die folgende Tabelle zeigt die genormten Kategorien für Pkw-Reifen. Die Reihenfolge ist nicht vollständig alphabetisch: H folgt auf U und steht vor V. ZR ist keine einzelne exakte Geschwindigkeitsstufe wie H oder V, sondern eine zusätzliche Hochgeschwindigkeitskennzeichnung.
| Index |
Zugeordnete Geschwindigkeit |
Praktische Einordnung |
| L |
120 km/h |
Spezielle Anwendungen, bei modernen Pkw selten. |
| M |
130 km/h |
Besondere Fahrzeug- oder Reifenausführungen. |
| N |
140 km/h |
Bei Pkw nur in speziellen Fällen. |
| P |
150 km/h |
Heute bei Pkw vergleichsweise selten. |
| Q |
160 km/h |
Häufig bei bestimmten Winter- und Geländereifen. |
| R |
170 km/h |
Mittlere Geschwindigkeitskategorie. |
| S |
180 km/h |
Bei ausgewählten Pkw- und Nutzfahrzeuganwendungen. |
| T |
190 km/h |
Häufig bei Klein- und Kompaktwagen sowie Winterreifen. |
| U |
200 km/h |
Zwischen T und H, weniger verbreitet. |
| H |
210 km/h |
Sehr häufig bei Pkw. |
| V |
240 km/h |
Häufig bei Limousinen, SUV und leistungsstärkeren Fahrzeugen. |
| W |
270 km/h |
Hochleistungsbereifung. |
| Y |
300 km/h |
Sehr hohe Geschwindigkeitskategorie. |
Die wichtigsten Unterschiede zwischen H, V, W und Y
H entspricht 210 km/h, V 240 km/h, W 270 km/h und Y 300 km/h. Ein V-Reifen ist damit nicht einfach eine qualitativ bessere Version eines H-Reifens. Der Buchstabe beschreibt eine andere Geschwindigkeitskategorie. Ob die Ausführung sinnvoll ist, hängt von der Fahrzeugfreigabe, der Last, der exakten Dimension und dem verfügbaren Reifenmodell ab.
Was bedeutet (Y)?
Steht die Servicebeschreibung in Klammern, beispielsweise (95Y), weist dies auf eine Eignung für Geschwindigkeiten über 300 km/h unter den dafür geltenden Bedingungen hin. Solche Bereifungen gehören in den Hochleistungsbereich und sollten nicht allein anhand einer allgemeinen Tabelle ausgewählt werden.
Welcher Geschwindigkeitsindex ist laut Fahrzeugschein zulässig?
In Deutschland stehen Reifendaten in den Feldern 15.1 und 15.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I. Dort ist in der Regel eine Reifengröße für Vorder- und Hinterachse beziehungsweise eine Kombination bei unterschiedlicher Bereifung eingetragen. Das bedeutet nicht, dass ausschließlich diese eine Dimension zulässig ist.
Zulassungsbescheinigung Teil I: Felder 15.1 und 15.2
Lesen Sie die vollständige Eintragung einschließlich Last- und Geschwindigkeitsindex. Bei einer Angabe wie 205/55 R16 91V darf nicht nur der Buchstabe isoliert betrachtet werden. Auch Achslast, Felgenfreigabe, Bauart und eventuelle Auflagen müssen zusammenpassen.
Weitere zulässige Größen im CoC-Dokument
Zusätzliche genehmigte Reifengrößen können im CoC-Dokument, der EG-Übereinstimmungsbescheinigung, aufgeführt sein. Für jede alternative Größe ist die zugehörige Servicebeschreibung zu übernehmen. Werte aus verschiedenen Zeilen dürfen nicht beliebig miteinander kombiniert werden.
Warum ein niedrigerer Buchstabe im Einzelfall trotzdem zulässig sein kann
Bei manchen Fahrzeugen ist die Serienbereifung in den Papieren höher dimensioniert, als es allein die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit verlangen würde. Ob eine alternative, niedrigere Kategorie bei normaler Bereifung dennoch zulässig ist, lässt sich nicht pauschal aus einer Internet-Tabelle ableiten. Maßgeblich sind Genehmigungsart, Fahrzeugdaten, CoC und gegebenenfalls eine technische Freigabe. Im Zweifel sollte ein Reifenfachbetrieb oder eine Prüforganisation die konkrete Kombination prüfen.
Darf der Geschwindigkeitsindex höher oder niedriger sein?
| Auswahl |
Grundregel |
Was zusätzlich zu prüfen ist |
| Gleicher Index |
Die naheliegende Wahl, wenn alle übrigen Daten der genehmigten Größe entsprechen. |
Lastindex, XL, Herstellerkennung, Achse, Felge und Saison. |
| Höherer Index |
Bei ansonsten passender Bereifung in der Regel zulässig. |
Der höhere Buchstabe ersetzt keine fehlende Freigabe und keinen ausreichenden Lastindex. |
| Niedrigerer Index bei normaler Bereifung |
Nicht frei wählbar; nur verwenden, wenn die konkrete Fahrzeugfreigabe dies abdeckt. |
CoC, Fahrzeughöchstgeschwindigkeit, Genehmigungsart und technische Bestätigung. |
| Niedrigerer Index bei Winterreifen |
Unter den Voraussetzungen des § 36 Abs. 5 StVZO möglich. |
Alpine-Symbol, sichtbare Anzeige des Reifenlimits und tatsächliche Einhaltung. |
Ein höherer Speed-Index ist nicht automatisch besser
Ein höherer Index kann konstruktive Unterschiede mit sich bringen, garantiert aber weder kürzere Bremswege noch bessere Nasshaftung. Auch ein möglicherweise strafferes Abrollverhalten oder ein anderer Preis lässt sich nicht allein aus dem Buchstaben ableiten. Vergleichen Sie deshalb konkrete Reifen in identischer Dimension und Ausführung.
Langsamer fahren macht einen unzulässigen Sommerreifen nicht zulässig
Bei normaler Sommerbereifung reicht die Absicht, eine bestimmte Geschwindigkeit nicht zu überschreiten, nicht als allgemeine Ausnahme. Der Reifen muss technisch und genehmigungsrechtlich zum Fahrzeug passen. Die besondere Anzeige- und Begrenzungsregel des § 36 Abs. 5 StVZO bezieht sich auf wintertaugliche Reifen mit Alpine-Symbol und bestimmte POR-Reifen.
Für den normalen Sommereinsatz sollten Sie Sommerreifen mit passender Servicebeschreibung auswählen, statt eine niedrigere Kategorie nur wegen des Preises zu montieren.
Winterreifen und Ganzjahresreifen: Wann ist ein niedrigerer Index erlaubt?
Deutschland hat eine situative Winterreifenpflicht. Sie gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte und nicht nach einem festen Kalender. Für die Anerkennung als Winterreifen ist bei Pkw das Alpine-Symbol, also das Bergpiktogramm mit Schneeflocke, entscheidend.
Die Ausnahme nach § 36 Absatz 5 StVZO
Liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit eines Winterreifens unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, ist die Verwendung zulässig, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Das Reifenlimit wird für die gesamte Nutzungsdauer durch einen Aufkleber, ein Schild oder eine rechtzeitige Anzeige im Fahrzeug im Blickfeld des Fahrers kenntlich gemacht, und diese Geschwindigkeit wird im Betrieb nicht überschritten.
Alpine-Symbol statt M+S allein
Seit dem 1. Oktober 2024 reicht eine alleinige M+S-Kennzeichnung bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr aus. Ein als Winterreifen eingesetzter Pkw-Reifen muss die Anforderungen des § 36 Abs. 4 StVZO erfüllen und das Alpine-Symbol tragen. Viele aktuelle Winter- und Ganzjahresreifen zeigen zusätzlich M+S; für die deutsche Winterreifenpflicht ist jedoch das Alpine-Symbol maßgeblich.
Kein gesetzlicher Zeitraum von Oktober bis Ostern
Die bekannte Faustformel „von O bis O“ kann bei der Planung helfen, ist aber kein gesetzlicher Zeitraum. Entscheidend sind die tatsächlichen Straßenverhältnisse. Auch die Speed-Index-Ausnahme ist nicht an einen bundesweiten Kalender gebunden, sondern an die Verwendung eines geeigneten Winterreifens und die Einhaltung der Anzeige- und Geschwindigkeitsvorgaben.
Was gilt für Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen können unter die Winterreifenregel fallen, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Wird ein niedrigerer Geschwindigkeitsindex genutzt, gelten ebenfalls sichtbare Begrenzung und tatsächliche Einhaltung. Für eine ganzjährige Nutzung ist es oft praktischer, einen Index zu wählen, der auch ohne Sonderregel zur Fahrzeughöchstgeschwindigkeit passt. So entfällt die Gefahr, das Reifenlimit in der warmen Jahreszeit zu übersehen.
Vergleichen Sie bei winterlichem Einsatz Winterreifen mit Alpine-Symbol oder geeignete Ganzjahresreifen erst nach dem vollständigen Abgleich der Fahrzeugdaten.
Was bedeuten ZR, W, Y und (Y) bei Hochgeschwindigkeitsreifen?
ZR ist keine feste Einzelstufe
ZR steht innerhalb der Größenbezeichnung eines Radialreifens und weist auf eine Hochgeschwindigkeitsauslegung über 240 km/h hin. Die genaue Kategorie wird bei modernen Reifen durch die abschließende Servicebeschreibung bestimmt. Eine Kennzeichnung wie 245/40 ZR18 97Y ist deshalb nicht als „ZR gleich genau 240 km/h“ zu lesen.
W und Y geben die konkrete Kategorie an
W entspricht 270 km/h und Y 300 km/h. Bei Geschwindigkeiten oberhalb von 210 km/h sind die Last-Geschwindigkeits-Zusammenhänge besonders zu beachten. Ein ausreichend hoher Lastindex auf der Flanke bedeutet nicht automatisch, dass die volle Tabellenlast bei der maximalen Reifengeschwindigkeit verfügbar bleibt.
Wann fachliche Prüfung besonders wichtig ist
Bei Sportwagen, sehr schnellen Elektrofahrzeugen, Mischbereifung, älteren VR- oder ZR-Eintragungen und alternativen Felgengrößen sollte die konkrete Kombination anhand von CoC, Herstellerfreigabe und technischen Unterlagen geprüft werden. Allgemeine Online-Tabellen können eine fahrzeugbezogene Freigabe nicht ersetzen.
Geschwindigkeitsindex und Tragfähigkeit bei SUV, Elektroauto und voller Beladung
Schwere Fahrzeuge benötigen den richtigen Lastindex
Bei SUV, Vans und Elektrofahrzeugen ist die Achslast häufig besonders relevant. Ein hoher Speed-Index kann einen zu niedrigen Tragfähigkeitsindex nicht ausgleichen. Prüfen Sie deshalb zuerst die zugelassene Achslast und die vollständige Servicebeschreibung. XL oder Extra Load kennzeichnet eine verstärkte Ausführung, ersetzt aber ebenfalls nicht die fahrzeugbezogene Freigabe.
Reifendruck beeinflusst die Belastbarkeit
Die technische Tragfähigkeit setzt den vorgeschriebenen Reifendruck voraus. Zu niedriger Druck erhöht Walkarbeit und Wärmeentwicklung. Vor langen Autobahnfahrten, Urlaubsreisen oder hoher Beladung ist deshalb der für den Beladungszustand vorgesehene Kaltluftdruck zu kontrollieren.
Spezielle SUV- und 4x4-Anwendungen
Bei Geländereifen können niedrigere Geschwindigkeitskategorien häufiger vorkommen. Trotzdem muss die Ausführung zum konkreten Fahrzeug und Einsatz passen. Wer eine straßenorientierte SUV-Bereifung sucht, sollte die für SUV und 4x4 verfügbaren Reifen nach vollständiger Größe, Lastindex und Speed-Index filtern.
Vor- und Nachteile eines höheren Geschwindigkeitsindex
| Mögliche Vorteile |
Mögliche Nachteile oder Grenzen |
| Größere Auswahl innerhalb mancher leistungsorientierter Produktreihen. |
Kann teurer sein, ohne für das Fahrzeug einen praktischen Zusatznutzen zu bieten. |
| Technische Reserve gegenüber einer niedrigeren geforderten Kategorie. |
Garantiert weder bessere Nasshaftung noch kürzere Bremswege. |
| Kann bei leistungsstarken Fahrzeugen und passenden Freigaben erforderlich sein. |
Fahrkomfort und Abrollverhalten hängen von der gesamten Konstruktion ab, nicht nur vom Buchstaben. |
| Erleichtert die Wahl, wenn derselbe Reifen nur in einer höheren Kategorie lieferbar ist. |
Ein höherer Index heilt keine falsche Größe, unpassende Felge oder zu geringe Tragfähigkeit. |
Preis-Leistungs-Verhältnis richtig bewerten
Der wirtschaftlich sinnvollste Reifen ist nicht automatisch die Variante mit dem höchsten Buchstaben. Vergleichen Sie nur Produkte, die vollständig zum Fahrzeug passen, und bewerten Sie anschließend Nasshaftung, Rollwiderstand, Geräusch, erwartete Nutzung, Saison und Preis. Ein günstiger Reifen mit unpassender Servicebeschreibung ist keine Ersparnis.
Nach dem technischen Abgleich können Sie preislich interessante Reifenangebote vergleichen, ohne die vorgeschriebenen Indizes aus dem Blick zu verlieren.
Welchen Geschwindigkeitsindex sollten Sie wählen?
Für Sommerreifen
Wählen Sie eine in den Fahrzeugunterlagen zugelassene vollständige Dimension. Der Speed-Index muss zur genehmigten Ausführung und zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit passen. Ein höherer Index ist meist möglich, wenn Lastindex, Größe, Bauart, Felge und weitere Auflagen unverändert erfüllt bleiben.
Für Winterreifen
Ein gleich hoher Index vermeidet zusätzliche Bedienpflichten. Soll ein niedrigerer Index verwendet werden, muss der Reifen das Alpine-Symbol tragen. Die zulässige Reifenhöchstgeschwindigkeit ist sichtbar oder rechtzeitig digital anzuzeigen und darf nicht überschritten werden.
Für Ganzjahresreifen
Bei ganzjähriger Nutzung ist ein Speed-Index sinnvoll, der die normale Fahrzeuganforderung erfüllt. Ein niedrigerer Index mit Winterreifen-Ausnahme kann rechtlich möglich sein, verlangt aber dauerhaft Aufmerksamkeit für das Reifenlimit. Besonders bei längeren Autobahnfahrten ist ein uneingeschränkt passender Index häufig die praktischere Wahl.
Bei mehreren zulässigen Reifengrößen
Übernehmen Sie jede Größe vollständig aus derselben Zeile des CoC oder einer gültigen Freigabe. Kombinieren Sie nicht den Lastindex einer Dimension mit dem Speed-Index einer anderen. Bei abweichenden Vorder- und Hinterachsgrößen müssen beide Achsen entsprechend der genehmigten Kombination ausgestattet werden.
Unterschiedliche Speed-Indizes an Vorder- und Hinterachse
Eine zufällige Mischung verschiedener Geschwindigkeitsindizes ist keine sinnvolle Sparmaßnahme. Entscheidend ist zunächst, ob das Fahrzeug ab Werk eine unterschiedliche Bereifung an Vorder- und Hinterachse vorsieht. In diesem Fall müssen die jeweils genehmigten Dimensionen und Servicebeschreibungen achsweise eingehalten werden. Bei einer einheitlichen Serienbereifung sollte ein neuer Satz hinsichtlich Dimension, Bauart, Modell und Leistungsdaten möglichst konsistent sein.
Muss nach einer Beschädigung zunächst nur ein Reifen ersetzt werden, sind Profiltiefe, Ausführung und Achskombination mit zu prüfen. Ein höherer Speed-Index auf einem einzelnen Reifen macht eine unpassende Mischkombination nicht automatisch zulässig oder fahrdynamisch sinnvoll. Bei Allradfahrzeugen können zusätzlich enge Vorgaben zum Abrollumfang gelten. Wer einen saisonalen Satz erneuert, sollte deshalb passende Winterreifen achs- und fahrzeugkonform auswählen und nicht nur den Buchstaben des beschädigten Reifens übernehmen.
Häufige Fehler beim Geschwindigkeitsindex
Nur 205/55 R16 statt 205/55 R16 91V bestellen
Die verkürzte Angabe lässt Last- und Geschwindigkeitsindex offen. Dadurch kann eine technisch abweichende Variante ausgewählt werden. Kontrollieren Sie bei der Bestellung und erneut vor der Montage die vollständige Kennzeichnung.
Den Fahrzeugschein als einzige mögliche Größe verstehen
Die Zulassungsbescheinigung Teil I zeigt nicht zwangsläufig alle erlaubten Größen. Das CoC kann weitere Kombinationen enthalten. Umgekehrt macht eine ähnliche Dimension im Handel sie nicht automatisch zulässig.
M+S allein als aktuellen Winterreifennachweis ansehen
Für Pkw reicht M+S allein bei winterlichen Straßenverhältnissen seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Prüfen Sie das Alpine-Symbol. Diese Kennzeichnung ist sowohl für Winterreifen als auch für wintertaugliche Ganzjahresreifen maßgeblich.
Aufkleber anbringen, aber das Limit überschreiten
Der Aufkleber oder die digitale Anzeige erfüllt nur die Informationspflicht. Die angezeigte Reifenhöchstgeschwindigkeit muss tatsächlich eingehalten werden. Ein Limit von 190 km/h bleibt auch auf einer freien Autobahn verbindlich.
Einen höheren Index mit besserem Grip gleichsetzen
Nassbremsen, Aquaplaning, Schneehaftung und Verschleiß werden nicht allein durch den Speed-Index bestimmt. Wer diese Eigenschaften vergleichen möchte, muss die konkrete Reifenausführung und Dimension betrachten.
Kontrollliste vor dem Reifenkauf
1. Genehmigte Dimension ermitteln
Prüfen Sie Zulassungsbescheinigung Teil I, CoC, Fahrzeughandbuch und gegebenenfalls Herstellerfreigaben. Notieren Sie Breite, Querschnitt, Bauart, Felgendurchmesser, Lastindex, Speed-Index sowie XL- oder Herstellerkennungen.
2. Fahrzeughöchstgeschwindigkeit und Achslasten prüfen
Der Reifen muss sowohl zur Geschwindigkeit als auch zur Belastung passen. Bei leistungsstarken oder schweren Fahrzeugen ist die Last-Geschwindigkeits-Kombination besonders wichtig.
3. Saison und Kennzeichnung festlegen
Für Winterbetrieb in Deutschland ist das Alpine-Symbol entscheidend. Wird ein niedrigerer Speed-Index gewählt, planen Sie Aufkleber oder Fahrzeuganzeige ein und berücksichtigen Sie das verbindliche Reifenlimit.
4. Gelieferte Reifen vor der Montage vergleichen
Kontrollieren Sie alle vier Reifen beziehungsweise die achsweise vorgesehene Kombination. Stimmen Kennzeichnung, Laufrichtung, Außen-/Innenseite und bestellte Ausführung nicht, sollte die Montage vor der Klärung nicht erfolgen.
Für den abschließenden Produktvergleich können Sie erneut die verfügbaren Pkw-Reifen nach der vollständigen Kennzeichnung filtern.
Häufige Fragen zum Reifen-Geschwindigkeitsindex
Was ist der Geschwindigkeitsindex bei Reifen?
Er ist der Buchstabe am Ende der Servicebeschreibung und kennzeichnet die Geschwindigkeitskategorie, für die der Reifen bei der zugehörigen Last ausgelegt ist. In 205/55 R16 91V ist V der Geschwindigkeitsindex.
Wo finde ich den Speed-Index?
Auf der Reifenflanke direkt hinter dem Tragfähigkeitsindex. Er steht außerdem in der eingetragenen Reifengröße der Zulassungsbescheinigung Teil I und bei weiteren zulässigen Größen im CoC.
Was bedeutet 91V?
91 ist der Tragfähigkeitsindex und entspricht unter den vorgesehenen Bedingungen 615 kg pro Reifen. V ist der Geschwindigkeitsindex und entspricht 240 km/h. Beide Werte müssen zusammen zum Fahrzeug passen.
Darf ich statt H einen V-Reifen montieren?
In der Regel ja, wenn die vollständige Dimension, der Lastindex, die Felge und alle weiteren Anforderungen stimmen. V ist mit 240 km/h eine höhere Kategorie als H mit 210 km/h.
Darf ich statt V einen H-Reifen montieren?
Bei normaler Bereifung nicht ohne konkrete Freigabe. Für Winterreifen mit Alpine-Symbol kann ein niedrigerer Index nach § 36 Abs. 5 StVZO zulässig sein, wenn das Reifenlimit angezeigt und eingehalten wird.
Welcher Index steht für 210 km/h?
H steht für eine Geschwindigkeitskategorie bis 210 km/h. In der Reihenfolge folgt H auf U und nicht an seiner alphabetischen Position.
Welcher Index steht für 240 km/h?
V entspricht 240 km/h. W steht für 270 km/h und Y für 300 km/h.
Brauche ich bei Winterreifen einen Geschwindigkeitsaufkleber?
Nur wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit der montierten Winterreifen unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt und das Limit nicht bereits durch eine geeignete Fahrzeuganzeige dargestellt wird.
Reicht M+S für Winterreifen in Deutschland?
Nein. Bei winterlichen Straßenverhältnissen reicht M+S allein seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Für Pkw ist das Alpine-Symbol erforderlich.
Gilt die Winterreifen-Ausnahme auch für Ganzjahresreifen?
Ja, wenn der Ganzjahresreifen das Alpine-Symbol trägt und die Voraussetzungen des § 36 Abs. 5 StVZO erfüllt sind. Die niedrigere Reifenhöchstgeschwindigkeit muss sichtbar angezeigt und eingehalten werden.
Was bedeutet ZR?
ZR kennzeichnet einen Radialreifen für Hochgeschwindigkeitsanwendungen über 240 km/h. Die genaue Kategorie ergibt sich zusätzlich aus dem abschließenden W, Y oder (Y).
Müssen alle vier Reifen denselben Speed-Index haben?
Die genehmigte Achskonfiguration muss eingehalten werden. Auf einer Achse sollten Reifen hinsichtlich Typ, Dimension und Leistungsdaten übereinstimmen. Bei serienmäßiger Mischbereifung sind die jeweils vorgeschriebenen Werte für Vorder- und Hinterachse zu beachten.
Die vollständige Reifenkennzeichnung entscheidet
Der Geschwindigkeitsindex ist wichtig, aber niemals allein zu bewerten. Eine sichere und zulässige Auswahl entsteht erst aus der Kombination von Dimension, Tragfähigkeitsindex, Speed-Index, Bauart, Felge, Achszuordnung, Saisonkennzeichnung und Fahrzeugfreigabe.
Für Deutschland sind drei Kontrollen besonders wichtig: die genehmigte Reifengröße in Zulassungsbescheinigung und CoC, die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit sowie bei einem niedrigeren Winterreifenindex die Vorgaben des § 36 Abs. 5 StVZO. Wer diese Punkte vor der Bestellung prüft, vermeidet Fehlkäufe und kann geeignete Reifen sachlich nach Eigenschaften und Preis vergleichen.
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