Reifen und Fahrzeugwartung: Inspektionen, Ursachen von Mängeln und diverse Probleme

 

Reifen gehören zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen, die bei der Hauptuntersuchung eines Autos kontrolliert werden. Dabei geht es nicht nur um die gesetzliche Mindestprofiltiefe. Die Prüfperson achtet ebenfalls auf Beschädigungen, ungleichmäßigen Verschleiß, Reifengröße, Kennzeichnung, Laufrichtung und die technische Eignung für das Fahrzeug.

Vor dem HU-Termin sollten deshalb alle vier Reifen sorgfältig geprüft werden. Wer Profiltiefe, Seitenwände und Kennzeichnungen rechtzeitig kontrolliert, kann abgefahrene oder unzulässige Reifen austauschen, bevor sie zu einem erheblichen Mangel und einer kostenpflichtigen Nachprüfung führen.

Werden Reifen bei der HU beziehungsweise beim TÜV geprüft?

Ja. Bei der Hauptuntersuchung werden Profiltiefe, Zustand, Größe, Kennzeichnung und Montage der Reifen kontrolliert.

Das Hauptprofil eines Pkw-Reifens muss über den gesamten Umfang mindestens 1,6 mm tief sein. Die Reifen dürfen keine gefährlichen Beulen, tiefen Schnitte, sichtbaren Gewebeschichten oder starken Verformungen aufweisen. Außerdem müssen Größe, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex für das Fahrzeug geeignet sein. Ein bestimmtes Reifenalter führt bei einem normalen Pkw dagegen nicht automatisch zum Nichtbestehen der HU.

Prüfpunkt Grundlegende Anforderung
Profiltiefe Mindestens 1,6 mm im Hauptprofil
Reifenzustand Keine gefährlichen Beulen, tiefen Schnitte oder sichtbaren Karkassenteile
Reifengröße Für das Fahrzeug zugelassene Kombination
Last und Geschwindigkeit Ausreichender Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex
Bauart Keine unzulässige Kombination aus Radial- und Diagonalreifen
Montage Korrekte Laufrichtung und kein Kontakt mit Fahrzeugteilen

Was wird an den Reifen bei der Hauptuntersuchung kontrolliert?

Die Räder werden im Rahmen der HU ohne Demontage untersucht. Die Prüfperson bewertet sowohl die gesetzlichen Anforderungen als auch erkennbare Schäden, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten.

Gesetzliche Mindestprofiltiefe

Das Hauptprofil muss mindestens 1,6 mm tief sein. Als Hauptprofil gelten die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der ungefähr drei Viertel der gesamten Laufflächenbreite einnimmt.

Die Mindesttiefe muss über den gesamten Reifenumfang vorhanden sein. Es reicht daher nicht aus, nur an einer gut erhaltenen Stelle zu messen. Ein Reifen kann in der Mitte ausreichend Profil besitzen und gleichzeitig an der inneren Schulter nahezu vollständig abgefahren sein.

Gleichmäßiges Verschleißbild

Die Lauffläche sollte über die gesamte Breite möglichst gleichmäßig abgenutzt sein. Starker Verschleiß an beiden Schultern kann auf zu niedrigen Luftdruck hinweisen, während ein übermäßig abgenutzter Mittelbereich mit zu hohem Luftdruck zusammenhängen kann.

Ein einseitig abgefahrener Reifen kann durch eine fehlerhafte Achsgeometrie, falsche Spurwerte, verschlissene Fahrwerksteile oder beschädigte Stoßdämpfer entstehen. Wird nur der Reifen ersetzt, ohne die Ursache zu beseitigen, kann das gleiche Verschleißbild erneut auftreten.

Risse, Schnitte und Fremdkörper

Lauffläche und Seitenwand dürfen keine tiefen Schnitte, größeren Risse oder Beschädigungen aufweisen, die bis zur tragenden Struktur reichen. Ein oberflächlicher Kratzer ist anders zu bewerten als eine Verletzung, durch die Gewebe oder Stahlcord sichtbar werden.

Schrauben, Nägel oder andere Fremdkörper können zu einem schleichenden Druckverlust führen. Sie sollten nicht eigenständig entfernt werden, bevor ein Fachbetrieb geprüft hat, ob und wie der Reifen repariert werden kann.

Beulen und Verformungen

Eine Beule an der Seitenwand kann auf gebrochene oder beschädigte Karkassenfäden hinweisen. Häufig entsteht sie nach einem starken Kontakt mit einem Bordstein oder Schlagloch.

Ein solcher Reifen sollte unabhängig vom verbleibenden Profil ersetzt werden. Die Beule kann sich weiter vergrößern und im ungünstigsten Fall zu einem plötzlichen Druckverlust führen.

Sichtbares Gewebe oder Stahlcord

Gewebe, Karkasse oder Stahlcord dürfen weder auf der Lauffläche noch an der Seitenwand sichtbar sein. Sobald tragende Bestandteile freiliegen, ist der Reifen nicht mehr ausreichend geschützt.

Dieser Zustand stellt nicht nur einen HU-Mangel dar. Das Fahrzeug sollte aus Sicherheitsgründen nicht weiter im normalen Straßenverkehr genutzt werden.

Reifengröße und Reifenbezeichnung

Breite, Querschnitt, Bauart und Felgendurchmesser müssen zu einer für das Fahrzeug zugelassenen Rad-Reifen-Kombination gehören. Maßgeblich können neben der Zulassungsbescheinigung Teil I auch das CoC-Dokument, eine Allgemeine Betriebserlaubnis oder eine Änderungsabnahme sein.

Dass ein Reifen mechanisch auf die Felge passt, bedeutet nicht automatisch, dass er am Fahrzeug verwendet werden darf. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung die vollständige Kennzeichnung. Anschließend können Sie die verfügbaren Autoreifen nach der freigegebenen Größe filtern.

Tragfähigkeitsindex

Der Tragfähigkeitsindex gibt an, welche maximale Last der Reifen unter den vorgesehenen Bedingungen tragen kann. Ein Reifen mit korrekten Abmessungen kann trotzdem ungeeignet sein, wenn seine Tragfähigkeit nicht ausreicht.

Ein höherer Lastindex ist grundsätzlich möglich, sofern Reifengröße, Geschwindigkeitsindex und weitere Vorgaben eingehalten werden. Ein niedrigerer Wert sollte nicht ohne eine nachweisbare Freigabe verwendet werden.

Geschwindigkeitsindex

Der Geschwindigkeitsindex muss für die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und die jeweilige Reifenart geeignet sein. Ein höherer Index ist in der Regel unproblematisch.

Für Winterreifen können besondere Regeln gelten. Ein niedrigerer Index ist nicht automatisch zulässig, nur weil der Reifen eine Winterkennzeichnung besitzt. Die konkrete Fahrzeugfreigabe und die vorgeschriebenen Hinweise müssen beachtet werden.

Vorgegebene Laufrichtung

Laufrichtungsgebundene Reifen tragen einen Pfeil und eine Kennzeichnung wie „Rotation“. Dieser Pfeil muss bei Vorwärtsfahrt in die richtige Drehrichtung zeigen.

Bei asymmetrischen Reifen müssen außerdem die Markierungen „Inside“ und „Outside“ korrekt ausgerichtet sein. Eine falsche Montage kann Wasserableitung, Fahrverhalten und Geräuschentwicklung beeinträchtigen.

Mischbereifung und unterschiedliche Marken

Reifen verschiedener Marken führen nicht automatisch zum Nichtbestehen der HU. Entscheidend sind unter anderem zugelassene Dimensionen, ausreichende Indizes, Bauart und Verwendbarkeit am Fahrzeug.

Unzulässig ist insbesondere die verbotene Kombination aus Diagonal- und Radialreifen. Aus fahrdynamischen Gründen sollten an einer Achse möglichst Reifen desselben Modells mit ähnlichem Restprofil verwendet werden.

Felgen und Radbefestigung

Neben den Reifen werden auch die Felgen betrachtet. Risse, starke Verformungen, Korrosion an sicherheitsrelevanten Bereichen oder fehlende beziehungsweise lose Radschrauben können zu einem Mangel führen.

Bei Zubehörfelgen sollten die notwendigen Unterlagen wie ABE oder Nachweis einer Änderungsabnahme verfügbar sein.

Luftdruck und Reifendruckkontrollsystem

Ein deutlich zu niedriger Luftdruck kann an der Verformung des Reifens erkennbar sein und die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Zusätzlich kann er zu erhöhtem Verschleiß, stärkerer Erwärmung und einem längeren Bremsweg führen.

Ist das Fahrzeug mit einem vorgeschriebenen Reifendruckkontrollsystem ausgestattet, sollte eine dauerhaft leuchtende Warnanzeige vor der HU geprüft werden. Sie kann auf einen Druckverlust, einen defekten Sensor oder eine Störung des Systems hinweisen.

Kontrollbereich Erwarteter Zustand Möglicher Mangel
Profil Mindestens 1,6 mm und gleichmäßiger Verschleiß Zu wenig Profil oder stark einseitige Abnutzung
Karkasse Keine strukturellen Schäden Beule, tiefer Schnitt oder sichtbares Gewebe
Reifengröße Zugelassene Rad-Reifen-Kombination Nicht freigegebene Dimension
Kennzeichnung Ausreichende Last- und Geschwindigkeitsindizes Unzureichender Index oder unleserliche Kennzeichnung
Montage Richtige Laufrichtung und korrekte Bauart Falsche Laufrichtung oder unzulässige Mischbereifung
Felgen Unbeschädigt und sicher befestigt Risse, Verformung oder lockere Befestigung

Welche Reifenmängel führen zum Durchfallen bei der HU?

Keine neue Plakette gibt es insbesondere bei erheblichen oder gefährlichen Reifenmängeln, die Vorschriften verletzen oder die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Weniger als 1,6 mm Hauptprofil

Ist das Hauptprofil an einer relevanten Stelle zu niedrig, entspricht der Reifen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Zu wenig Profil wird bei der HU typischerweise als erheblicher Mangel bewertet.

Offene Karkasse oder sichtbares Gewebe

Sichtbare Karkassenteile weisen auf einen weit fortgeschrittenen Verschleiß oder eine schwere Beschädigung hin. Je nach Ausmaß kann ein solcher Zustand als gefährlicher Mangel oder sogar als unmittelbare Verkehrsunsicherheit bewertet werden.

Beule oder schwere Seitenwandbeschädigung

Eine deutliche Beule, ein tiefer Schnitt oder eine Ablösung an der Seitenwand kann die Stabilität des Reifens gefährden. Der Reifen sollte nicht erst wegen des HU-Termins, sondern sofort aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.

Unzulässige Reifengröße

Eine nicht freigegebene Größe kann auch bei einem neuen und unbeschädigten Reifen zum Nichtbestehen führen. Das Gleiche gilt, wenn notwendige Unterlagen zu Felgen, Reifen oder Änderungen am Fahrzeug fehlen.

Unzureichende Tragfähigkeit

Ist der Lastindex zu niedrig, kann der Reifen das Fahrzeug bei voller Beladung möglicherweise nicht sicher tragen. Ein solcher Reifen ist trotz passender Außenmaße nicht geeignet.

Unzulässige Kombination der Reifenbauarten

Eine unzulässige Kombination von Radial- und Diagonalreifen verstößt gegen die Vorgaben der StVZO. Bei modernen Pkw sind Diagonalreifen selten, können jedoch bei Oldtimern und historischen Fahrzeugen weiterhin relevant sein.

Reifen berührt andere Fahrzeugteile

Der Reifen darf weder am Radhaus noch an Fahrwerk, Bremsleitungen oder anderen Bauteilen schleifen. Ursachen können falsche Felgen, ungeeignete Reifendimensionen, Distanzscheiben, Fahrwerksänderungen oder beschädigte Bauteile sein.

Notrad oder provisorische Reparatur

Ein Notrad ist für eine begrenzte Strecke und Geschwindigkeit vorgesehen. Vor der Hauptuntersuchung sollte die normale, zugelassene Rad-Reifen-Kombination wiederhergestellt werden.

Fallen alte Reifen wegen des DOT-Datums beim TÜV durch?

Für normale Pkw-Reifen gibt es keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze, die allein wegen des DOT-Datums zum Nichtbestehen der HU führt.

So wird das Herstellungsdatum gelesen

Die letzten vier Ziffern der Datumskennzeichnung nennen Produktionswoche und Produktionsjahr. Die Kennzeichnung 2322 steht beispielsweise für die 23. Kalenderwoche des Jahres 2022.

Entscheidend ist der tatsächliche Zustand

Ein älterer Reifen kann ausreichend Profil besitzen und trotzdem durch Risse, Verhärtung oder Verformungen beeinträchtigt sein. Umgekehrt ist ein relativ neuer Reifen nicht automatisch sicher, wenn er durch einen Bordsteinaufprall oder falschen Luftdruck beschädigt wurde.

Typische Alterungsmerkmale

  • feine oder tiefe Risse an der Seitenwand;
  • Risse zwischen den Profilblöcken;
  • sichtbar verhärtete oder poröse Gummimischung;
  • ungewöhnliche Vibrationen oder Verformungen;
  • regelmäßiger Verlust von Luftdruck;
  • deutlich nachlassende Haftung bei Nässe.

Sonderfall Anhänger mit Tempo-100-Zulassung

Für Anhänger und Wohnwagen mit Tempo-100-Zulassung gelten besondere Anforderungen. Die Reifen dürfen für diese Zulassung nicht älter als sechs Jahre sein. Diese Sonderregel darf nicht pauschal auf normale Pkw-Reifen übertragen werden.

Welche HU-Mängelklassen gibt es?

Das Ergebnis der Hauptuntersuchung richtet sich nach dem schwersten festgestellten Mangel. Für den Fahrzeughalter ist entscheidend, ob eine neue Plakette erteilt wird und wie das Fahrzeug bis zur Reparatur genutzt werden darf.

Ohne festgestellte Mängel

Das Fahrzeug erfüllt die geprüften Anforderungen und erhält die neue HU-Plakette.

Geringe Mängel

Bei wenigen geringfügigen Mängeln kann die Plakette erteilt werden. Die im Prüfbericht genannten Probleme müssen dennoch unverzüglich behoben werden.

Erhebliche Mängel

Bei erheblichen Mängeln wird keine neue Plakette erteilt. Die Probleme müssen unverzüglich repariert und das Fahrzeug innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorgeführt werden.

Eine zu geringe Profiltiefe ist ein typisches Beispiel für einen erheblichen Mangel. Es besteht nicht automatisch ein allgemeines Fahrverbot, das Fahrzeug muss jedoch schnellstmöglich in einen vorschriftsmäßigen Zustand versetzt werden.

Gefährliche Mängel

Gefährliche Mängel stellen eine direkte und unmittelbare Gefährdung dar. Das Fahrzeug darf grundsätzlich nur noch nach Hause oder in eine Werkstatt gefahren werden, damit die Mängel beseitigt werden können.

Auch hier muss die Nachprüfung innerhalb eines Monats erfolgen.

Verkehrsunsicher

Stellt das Fahrzeug eine unmittelbare Verkehrsgefahr dar, wird es als verkehrsunsicher eingestuft. Die vorhandene Plakette wird entfernt und die Zulassungsbehörde informiert.

Das Fahrzeug darf dann nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen und muss gegebenenfalls transportiert werden.

HU-Ergebnis Plakette Erforderliche Maßnahme Nutzung des Fahrzeugs
Ohne Mängel Wird erteilt Keine Reparatur erforderlich Normal möglich
Geringe Mängel Kann erteilt werden Mängel unverzüglich beseitigen Normal möglich
Erhebliche Mängel Wird nicht erteilt Reparatur und Nachprüfung innerhalb eines Monats Mängel unverzüglich beheben
Gefährliche Mängel Wird nicht erteilt Sofortige Reparatur und Nachprüfung Nur notwendige Fahrt nach Hause oder zur Werkstatt
Verkehrsunsicher Vorhandene Plakette wird entfernt Fahrzeug darf nicht weiterbetrieben werden Keine Teilnahme am Straßenverkehr

Welche Bußgelder drohen bei abgefahrenen Reifen?

Ein negatives Ergebnis bei der Hauptuntersuchung und ein Bußgeld bei einer Verkehrskontrolle sind unterschiedliche Vorgänge. Die HU bewertet den technischen Zustand, während die Polizei eine Ordnungswidrigkeit während der Nutzung des Fahrzeugs feststellen kann.

Bußgeld für den Fahrzeugführer

Wer ein Kraftfahrzeug mit Reifen ohne ausreichende Profilrillen oder mit weniger als der vorgeschriebenen Profiltiefe fährt, muss in der Regel mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Kommt eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer hinzu, erhöht sich der Regelsatz auf 75 Euro. Bei einer Sachbeschädigung sind 90 Euro vorgesehen. Der Verstoß wird nicht automatisch für jeden einzelnen abgefahrenen Reifen mehrfach berechnet.

Verantwortung des Fahrzeughalters

Ordnet der Halter die Fahrt mit unzureichenden Reifen an oder lässt sie zu, beträgt der vorgesehene Regelsatz 75 Euro. Auch hierfür kann ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen werden.

Überzogene Hauptuntersuchung

Eine abgelaufene HU-Plakette ist eine eigenständige Ordnungswidrigkeit. Bei einem Pkw drohen bei einer Überschreitung von mehr als zwei bis vier Monaten 15 Euro, bei mehr als vier bis acht Monaten 25 Euro und bei mehr als acht Monaten 60 Euro sowie ein Punkt.

Verstoß Regelsatz Weitere Folge
Profiltiefe unterschritten 60 Euro 1 Punkt
Mit Gefährdung 75 Euro 1 Punkt
Mit Sachbeschädigung 90 Euro 1 Punkt
Halter lässt Fahrt zu 75 Euro 1 Punkt
HU mehr als acht Monate überzogen 60 Euro 1 Punkt

Maßgeblich sind stets der konkrete Verstoß, der aktuelle Bußgeldkatalog und die Angaben im Bescheid.

Welche Regeln gelten für Winter- und Ganzjahresreifen?

In Deutschland besteht keine Winterreifenpflicht nach einem festen Kalenderzeitraum. Die Pflicht gilt situativ bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte.

Alpine-Symbol statt reiner M+S-Kennzeichnung

Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen die vorgeschriebenen Reifen das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke tragen. Eine reine M+S-Kennzeichnung ohne Alpine-Symbol genügt nicht mehr.

Alle Radpositionen müssen geeignet sein

Bei winterlichen Bedingungen müssen alle vier Radpositionen mit geeigneten Winter- oder Ganzjahresreifen ausgestattet sein. Eine Mischung aus Sommer- und Winterreifen erfüllt diese situative Pflicht nicht.

Profiltiefe bei Winterreifen

Auch für Winterreifen gilt gesetzlich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Aus Sicherheitsgründen wird jedoch häufig ein früherer Austausch empfohlen, da die Leistungsfähigkeit auf Schnee und Nässe mit abnehmendem Profil deutlich sinkt.

So prüfen Sie die Reifen vor dem HU-Termin

Checkliste eine Woche vor der Untersuchung

  • Profiltiefe an mehreren Stellen messen;
  • innere und äußere Reifenschulter kontrollieren;
  • nach Beulen, Schnitten, Rissen und Fremdkörpern suchen;
  • Reifengröße mit den Fahrzeugunterlagen vergleichen;
  • Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex prüfen;
  • Laufrichtung beziehungsweise Inside-Outside-Markierung kontrollieren;
  • Felgen auf Risse und Verformungen untersuchen;
  • prüfen, ob Radschrauben vollständig vorhanden sind;
  • Warnanzeige des Reifendruckkontrollsystems beachten;
  • ein montiertes Notrad durch das normale Rad ersetzen.

Luftdruck bei kalten Reifen messen

Der Reifendruck sollte bei kalten Reifen entsprechend den Angaben des Fahrzeugherstellers eingestellt werden. Die Werte finden sich häufig in der Bedienungsanleitung, am Türrahmen oder an der Tankklappe.

Der maximale Druck auf der Reifenflanke ist nicht mit dem empfohlenen Betriebsdruck des Fahrzeugs gleichzusetzen.

Druckverlust nicht nur ausgleichen

Muss ein Reifen regelmäßig nachgefüllt werden, sollte die Ursache gesucht werden. Möglich sind ein Fremdkörper, ein undichtes Ventil, eine beschädigte Felge oder eine Undichtigkeit zwischen Reifen und Felge.

Wann ist eine Werkstattprüfung sinnvoll?

Eine professionelle Prüfung ist sinnvoll, wenn der Reifen ungleichmäßig abgefahren ist, Luft verliert, Vibrationen verursacht oder sichtbare Schäden aufweist. Der Fachbetrieb kann zusätzlich die Innenseite, Felge, Ventile und Reparaturfähigkeit untersuchen.

Eigene Kontrolle oder professionelle Reifenprüfung?

Prüfmethode Vorteile Nachteile Geeigneter Zeitpunkt
Eigene Sichtprüfung Schnell, kostenlos und regelmäßig möglich Innere Schäden und technische Ursachen bleiben eventuell unentdeckt Monatlich, vor Reisen und vor der HU
Prüfung im Fachbetrieb Präzise Messung und fachliche Schadensbewertung Termin und Fahrzeugprüfung erforderlich Bei Schäden, Druckverlust oder ungleichmäßigem Verschleiß

Beide Kontrollen ergänzen sich. Der Fahrer sollte den sichtbaren Zustand regelmäßig prüfen, während ein Fachbetrieb bei Auffälligkeiten die technische Ursache feststellen kann.

Welche weiteren Mängel verhindern die HU-Plakette?

Die Reifen sind nur ein Teil der Hauptuntersuchung. Erhebliche oder gefährliche Mängel können auch in folgenden Bereichen auftreten:

  • Bremsanlage und Bremswirkung;
  • Lenkung und Gelenke;
  • Achsen, Federn und Stoßdämpfer;
  • Scheinwerfer, Rückleuchten und Blinker;
  • Frontscheibe, Spiegel und Scheibenwischer;
  • Abgasanlage und Emissionswerte;
  • Sicherheitsgurte und Sitze;
  • tragende Karosserie- und Rahmenteile;
  • Kennzeichen und Fahrzeugidentifikation;
  • Warn- und Kontrollleuchten.

Welche Reifen wählen, wenn die vorhandenen nicht mehr zulässig sind?

Die Hauptuntersuchung schreibt normalerweise keine bestimmte Reifenmarke vor. Entscheidend sind eine zulässige Größe, ausreichende Indizes, unbeschädigter Zustand und eine technisch korrekte Montage.

Zuerst die vollständige Reifengröße prüfen

Die Auswahl beginnt mit Breite, Querschnitt, Felgendurchmesser, Lastindex und Geschwindigkeitsindex. Erst danach sollten Nasshaftung, Geräusch, Effizienz, Komfort und Preis verglichen werden.

Sommerreifen

Sommerreifen eignen sich für überwiegend milde und warme Bedingungen. Nach der Prüfung der Reifengröße können Sie passende Sommerreifen vergleichen.

Winterreifen

Winterreifen müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen die aktuellen Kennzeichnungsanforderungen erfüllen. Achten Sie insbesondere auf das Alpine-Symbol und prüfen Sie die verfügbaren Winterreifen ausschließlich in einer zugelassenen Größe.

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen können je nach Klima, Fahrleistung und Einsatzprofil eine praktische Lösung sein. Für die Nutzung bei winterlichen Bedingungen benötigen auch sie das Alpine-Symbol. Vergleichen Sie daher nur geeignete Ganzjahresreifen in der freigegebenen Dimension.

Preis und tatsächlicher Nutzen

Der günstigste Reifen ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Wahl. Relevant sind unter anderem Nasshaftung, jährliche Fahrleistung, Straßenart, Komfort, Geräusch und die geplante Nutzungsdauer.

Ist der Austausch planbar und nicht aufgrund eines akuten Schadens notwendig, können Sie günstige Reifenangebote vergleichen. Reifengröße und Indizes müssen dabei immer Vorrang vor dem Preis haben.

Häufige Fragen zu Reifen und Hauptuntersuchung

Werden Reifen beim TÜV kontrolliert?

Ja. Geprüft werden unter anderem Profiltiefe, Schäden, Größe, Kennzeichnung, Laufrichtung, Felgen und Montage.

Wie viel Profil braucht ein Reifen für die HU?

Das gesetzliche Hauptprofil eines Pkw-Reifens muss über den gesamten Umfang mindestens 1,6 mm tief sein.

Wann fällt ein Auto wegen der Reifen durch den TÜV?

Typische Gründe sind zu wenig Profil, Beulen, tiefe Schnitte, sichtbares Gewebe, falsche Reifengrößen oder eine unzulässige Reifenkombination.

Sind unterschiedliche Reifenmarken erlaubt?

Unterschiedliche Marken führen nicht automatisch zu einem Mangel. Größe, Bauart, Indizes und Freigaben müssen jedoch eingehalten werden.

Darf man Sommer- und Winterreifen mischen?

Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen alle Radpositionen mit geeigneten Reifen ausgestattet sein. Eine Mischung mit Sommerreifen erfüllt die Winterreifenpflicht nicht.

Gibt es beim TÜV eine feste Altersgrenze für Pkw-Reifen?

Nein. Für normale Pkw-Reifen gibt es keine allgemeine gesetzliche Altersgrenze. Entscheidend sind Zustand, Schäden und Verkehrssicherheit.

Kann eine Beule im Reifen zur HU-Nachprüfung führen?

Ja. Eine Beule kann auf einen strukturellen Schaden hinweisen und je nach Ausmaß als erheblicher oder gefährlicher Mangel bewertet werden.

Wie lange hat man Zeit für die HU-Nachprüfung?

Nach erheblichen oder gefährlichen Mängeln muss das reparierte Fahrzeug innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorgestellt werden.

Darf man nach erheblichen Mängeln weiterfahren?

Es besteht nicht automatisch ein allgemeines Fahrverbot. Die festgestellten Mängel müssen jedoch unverzüglich beseitigt werden.

Darf man nach gefährlichen Mängeln weiterfahren?

Das Fahrzeug darf grundsätzlich nur noch für die notwendige Fahrt nach Hause oder zur Werkstatt genutzt werden.

Was bedeutet „verkehrsunsicher“?

Das Fahrzeug stellt eine unmittelbare Verkehrsgefahr dar. Die Plakette wird entfernt und das Fahrzeug darf nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen.

Wie hoch ist das Bußgeld für abgefahrene Reifen?

Für das Fahren mit weniger als 1,6 mm Profil sind normalerweise 60 Euro und ein Punkt vorgesehen. Bei Gefährdung oder Sachbeschädigung erhöht sich der Betrag.

Kann eine leuchtende Reifendruckwarnung ein HU-Problem sein?

Ja. Die Warnung kann einen Druckverlust oder eine Störung des vorgeschriebenen Kontrollsystems anzeigen und sollte vor der Untersuchung geklärt werden.

Ist ein höherer Tragfähigkeitsindex erlaubt?

Ein höherer Index ist grundsätzlich möglich, wenn Reifengröße, Geschwindigkeitsindex und weitere Fahrzeugvorgaben eingehalten werden.

Mit verkehrssicheren Reifen zur Hauptuntersuchung

Für eine erfolgreiche Hauptuntersuchung müssen Reifen nicht besonders teuer sein. Sie müssen jedoch zugelassen, unbeschädigt und für das Fahrzeug geeignet sein. Die Prüfung beginnt deshalb mit Reifengröße und Indizes und setzt sich mit Profiltiefe, Seitenwänden, Luftdruck und Montage fort.

Beulen, regelmäßiger Druckverlust oder stark einseitiger Verschleiß sollten nicht erst kurz vor dem HU-Termin behoben werden. Diese Auffälligkeiten können die Sicherheit bei jeder Fahrt beeinträchtigen.

Ist ein Austausch erforderlich, vergleichen Sie ausschließlich Reifen mit zugelassener Größe und ausreichenden Indizes. Danach können Sie Reifenart, Fahreigenschaften, Hersteller und Preis in die Kaufentscheidung einbeziehen.

 
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Veröffentlicht in: Auto- und Motorrad Ratgeber

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